Instagram. Fluch und Segen zugleich. Man will eigentlich nur mal kurz schauen, was es Neues gibt und findet sich zwanzig Minuten später irgendwo zwischen Haushaltstipps, Hautpflege, Morgenroutinen und dem neuesten Food Hype wieder. Natürlich bleibe auch ich immer wieder bei Rezepten hängen. Berufsbedingt vielleicht ein bisschen häufiger als andere. Oder ich habe dem Algorithmus erfolgreich beigebracht, dass Essen bei mir immer geht.

Heute konnte ich mich vor Lachen aber fast nicht mehr halten, als ich die Überschrift eines Rezeptes las: „Proteinfleisch aus dem Ofen“ Echt jetzt? Proteinfleisch? Also… Fleisch?Vielleicht bin ich inzwischen etwas empfindlich bei diesem Thema. Aber wenn wir anfangen, Fleisch als „Proteinfleisch“ zu bezeichnen müssen wir auch Salat mit „Vegan“ beschriften.

Protein ist inzwischen gefühlt überall. High-Protein-Joghurt, Proteinpudding, Proteinbrot, Proteinriegel, Proteinshakes ja und auch Proteinfleisch. Gefühlt müssen sich viele Lebensmittel inzwischen rechtfertigen, wenn sie nicht mindestens 20 g Eiweiss pro Portion liefern.

Protein ist wichtig. Keine Frage.

Ich bin ja selbst ein großer Verfechter davon, auf eine ausreichende Proteinzufuhr zu achten. Durch meine Ausbildung zur zertifizierten Ernährungsberaterin habe ich erst richtig verstanden, welche Bedeutung Protein für unseren Körper hat. Nicht nur für Menschen, die möglichst große Muskeln bekommen möchten. Unser Körper braucht Eiweiss als Baustoff für die Muskulatur und anderes Gewebe, aber beispielsweise auch für Enzyme und Hormone. Nicht zuletzt spielt Protein eine wichtige Rolle für die Sättigung. Dieses Wissen hat auch meine Ernährung noch einmal nachhaltig verändert.

Früher habe ich morgens gerne ein Brötchen zum Frühstück gegessen und nach kürzester Zeit hatte ich oft schon wieder Hunger auf das zweite. Inzwischen esse ich seit einigen Jahren morgens meistens Skyr oder Joghurt mit Samen, Nüssen und ein paar Beeren. Manchmal gibt es Eier. Ein klassisches Brötchenfrühstück? Kommt bei mir höchstens noch im Urlaub vor. Nicht, weil sich ein Brötchen auf Instagram und Co schlechter verkauft als eine hübsch dekorierte Bowl, sondern weil ich tatsächlich gemerkt habe, dass mir ein Frühstück mit einer guten Proteinquelle besser bekommt und mich einfach länger satt hält.

Eier, Quark, Skyr, Joghurt, Hülsenfrüchte, Fisch und ja,

auch Fleisch. Ganz ohne „Protein“ davor.


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