Es gibt ihn, diesen Moment im Leben einer Frau, in dem der eigene Körper beschließt, die Spielregeln zu ändern, ohne vorher kurz Bescheid zu sagen. Ich habe es selbst erlebt. Du schaust wie jeden Tag in den Spiegel und plötzlich fallen dir Dinge auf, die vorher irgendwie nicht da waren. Die Haut sieht anders aus. Sind da etwa Haare im Gesicht? Um die Lippen zeichnen sich kleine Linien ab. Da rächt sich wohl die Zeit, in der man nicht immer so gut auf sich geachtet hat. Jede Zigarette tut im Nachhinein noch ein bisschen mehr weh. Und auch die allgemeine Laune hat sich, sagen wir es mal so, „eigenwillig“ verändert. Der Schlaf wird schlechter und die Jeans sitzt nach demselben Essen plötzlich anders als früher. Hier ein Wehwehchen, da ein Wehwehchen. Kopfschmerzen, Migräne, Hirnnebel. Und warum bin ich eigentlich auf einmal so steif? Ausgerechnet Sport, von dem ich ja weiß, wie gut er mir tut? Auf den habe ich inzwischen erstaunlich oft ungefähr so viel Lust wie auf die Steuererklärung.
Mir fallen plötzlich so viele Dinge auf.
Und dann klingen mir wieder die Worte meiner Arbeitskollegin im Ohr: „Warte mal ab. Wenn du die 40 überschritten hast, wird alles anders. Dann beginnen so langsam die Wechseljahre …“
Ach so … na dann …
Ich habe mich doch gar nicht verändert. Oder doch?
Diese Frage lässt sich nicht mehr mit Nein beantworten. Ich habe mich verändert. Aber das ist nun einmal der Lauf der Dinge und ein ganz natürlicher Zyklus im Leben einer Frau. Ja, apropos Zyklus. Der ist seit einiger Zeit der Meinung, ein Kalender sei eine unverbindliche Empfehlung. Inzwischen kommt meine Periode mal früher, mal später, mal deutlich stärker und dann wieder schwächer. Planbar ist jedenfalls anders.
An manchen Tagen könnte ich morgens noch die Welt umarmen mit dem Gedanken abends feiern zu gehen. Zehn Minuten später reicht ein Blick oder ein Wort und ich rege mich über alles auf, fange an zu heulen und mir fehlt die Lust aufzustehen. Ich schaue wieder in den Spiegel und sehe eine Frau, die ich ganz anders in Erinnerung habe.
Das Verrückte daran ist, ich bin doch immer noch ich. Nur mein Körper hat offensichtlich beschlossen ein Eigenleben zu führen.

Okay lieber Körper. Dann verhandeln wir eben neu.
Ich könnte jetzt natürlich beschließen, dass das eben so ist. Wechseljahre halt. Kann man nichts machen. Vielleicht sollte ich die Hormone, nehmen, die mir meine Frauenärztin empfohlen hat. Vielleicht hilft auch eine neue Creme. Let´s go.
Aber das passt nicht zu mir. Wenn mein Körper neue Spielregeln aufstellt, will ich sie verstehen. Was hat sich denn genau verändert. Was kann ich beeinflussen. Was tut mir wirklich gut? Dabei merke ich immer mehr, dass es gar nicht darum geht wieder die Frau von vor 10 Jahren zu werden. Die war schließlich auch nicht jeden Tag sensationell. Es geht mir darum herauszufinden, was die Frau, die ich heute bin, braucht, damit sie sich in ihrem Körper wohl fühlt.
Und weil ich weiß, dass ich mit all den Themen nicht allein bin, ist „Gut zu mir“ entstanden. Hier verbinde ich mein Wissen als zertifizierte Ernährungsberaterin mit meinen eigenen Erfahrungen. Ich schaue genauer hin, was Ernährung wirklich verändern kann, probiere aus, was rund um Healthy Aging und Longevity gerade so versprochen wird, teste Produkte und teile, was ich tatsächlich sinnvoll finde und was unter die Kategorie „Kann weg“ einzustufen ist.
Mal sehen, was noch kommt.
Ich habe jedenfalls nicht vor, mich mit jeden Zipperlein einfach abzufinden. Aber genauso wenig möchte ich mein Leben zu einem einzigen Selbstoptimierungsprojekt machen. Ich möchte verstehen, ausprobieren und auch mal wieder verwerfen. Vielleicht wird manches besser, an anderes muss ich mich wohl gewöhnen. Und wahrscheinlich werde ich noch oft denken „Echt jetzt?
Am Ende bin ich aber immer noch dieselbe. Nur eine Version von mir, die ich neu kennenlernen darf.



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